In der Presse wurde viel geschrieben vor dem gestrigen Lennestädter Derby zwischen RWL und dem FC Lennestadt. So entstand bereits in der Woche vor dem Spiel diese besondere Derbystimmung, aber auch eine gewisse Erwartungshaltung was das Spiel und den Zuschauerzuspruch betrifft. Und diese Erwartungen wurden vor allem aus Grevenbrücker Sicht vollumfänglich erfüllt. Trotz eines zunächst sehr verregneten Sonntages hatten sich 450 bis 500 Zuschauer an der Grevenbrücker Habuche zur späten Anstoßzeit um 17:45 versammelt. Und Petrus hatte pünktlich zum Spiel ein Einsehen, gegen 17:30 Uhr fielen die letzten Regentropfen vom Himmel. Personell konnten unsere Trainer Tim Schrage und Hassan Dogrusöz aus dem Vollen schöpfen, beim FC Lennestadt fehlte Spielertrainer Heiko Entrup im Aufgebot.
Unsere Rot-Weißen legten von Beginn an gut los, waren griffig in den Zweikämpfen, strahlten im Spielaufbau die nötige Ruhe aus und waren meist den berühmten Schritt schneller als die Gäste vom FC. Und so ließ die erste gute Offensivaktion nicht lange auf sich warten. Tim Schrage bekam den Ball rechts im Strafraum zugespielt, schirmte diesen gut ab und ließ mit einer Körpertäuschung zwei Verteidiger ins Leere laufen. Es folgte ein Querpass zu Hassan Dogrusöz, der den Ball aus elf Metern platziert und flach im linken Toreck zur umjubelten Führung unterbrachte – 1:0 (7.). Danach blieb unsere Mannschaft dran, hatte eine kurze Druckphase und kam nach einem Einwurf von rechts zur nächsten Torchance. Zunächst konnte Tim Schrage noch vom Ball getrennt werden, Andrej Mason nahm den Klärungsversuch am Strafraum volley aus er Luft und traf zum 2:0 ins kurze Eck (10.). Nach diesem frühen Doppelschlag beruhigte sich das Spiel zunächst ein wenig und der FC Lennestadt gab nach einer guten Viertelstunde ein erstes Lebenszeichen von sich, Sead Balic konnte den Querpass aber im eigenen 5-Meterraum klären, bevor es richtig gefährlich wurde. Danach hatte unser Team weiterhin die Spielkontrolle. Es folgten jeweils ein Distanzversuch beider Mannschaften, während Labinot Recicas Schuss klar übers Tor ging, musste Vladi Perkov erstmalig in der 27. Minute eingreifen und den Ball zur Ecke abwehren. Die beste Chance zum Anschlusstreffer für den FC ergab sich in der 36. Minute als Vladi Perkov einen weiteren Distanzschuss nur nach vorne abklatschen ließ, Torjäger Alim Belge verzog den Nachschuss aus kurzer Distanz aber deutlich über das Tor. Besser machten es unsere Rot-Weißen auf der anderen Seite und zeigten sich wieder eiskalt vor dem Tor. Tim Schrage verzögerte seinen Anlauf beim Freistoß aus dem Halbfeld kurz und hob die Kugel dann gefühlvoll nach innen, Labinot Recica konnte den Ball frei mit der Innenseite zum 3:0 ins Tor befördern (36.). Zwei Minuten vor dem Pausenpfiff folgte der nächste große Jubel im RWL-Lager. Julian Korte spielte einen Gegenspieler am Strafraum aus und stand frei vor FC-Keeper Kevin Schulte, Kortes flachen Abschluss konnte dieser zunächst mit einer starken Fußabwehr parieren, Hassan Dogrusöz hatte aber auf einen Abpraller gelauert und schob den Ball zum 4:0 Halbzeitstand ins leere Tor. In Summe eine tolle erste Halbzeit unserer ERSTEN gegen einen überraschend schwachen Landesligaabsteiger. Die 4:0 Pausenführung war gewiss der Kaltschnäuzigkeit und dem nötigem Quäntchen Glück beim Abschluss zu verdanken, rein am Spielverlauf gemessen aber vielleicht ein oder zwei Tore zu hoch.
Die Zweite Halbzeit startete deutlich höhepunktärmer als die erste. Dies war aber auch verständlich angesichts der klaren Verhältnisse – eine Mannschaft musste nicht um jeden Preis in die Offensive gehen, die andere konnte augenscheinlich nicht. Die beiden Torhüter hatten jeweils Gelegenheiten sich auszuzeichnen, während Vladi Perkov den Versuch eines Hebers von Anes Spago mit den Fingerspitzen zur Ecke klärte, rettete Kevin Schulte in höchster Not einen Abschluss von Mo Atwi aus etwa acht Metern. Dem vorausgegangen war eine schöne Kombination über Tim und Hassan. In der 71. Minute kam Kapitän Mo Atwi dann aber noch zu seinem Treffer. Einen langen Abschlag von Vladi Perkov behaupte Tim Schrage in bekannter Manier, nach dem Querpass am Strafraum war Mo frei vor Kevin Schulte und schloss überlegt zum 5:0 ab. Danach plätscherte das Spiel dahin, Spielertrainer Tim Schrage bekam, wie schon sein Trainerkollege Hassan Dogrusöz zuvor, großen Applaus bei seiner Auswechslung. Die letzte nennenswert Aktion des Spiels war ein Konter in der 85. Minute, als Fabian Stosik mit viel Tempo über die rechte Seite kam, Dennis Segeda den Querpass zunächst verpasste und Lukas Kampschultes Abschluss im letzten Moment von einem Verteidiger geblockt wurde.
Am Ende steht ein sicherlich so im Vorfeld nicht zu erwartender, aber dennoch klarer und verdienter 5:0-Heimerfolg im Lennestädter Derby! Wir hatten nicht nur die richtige Einstellung, Zweikampfführung und Ruhe am Ball, sondern spielten bei einer geschlossenen Mannschaftsleistung noch die Erfahrung und die individuelle Klasse unserer Topspieler hervorragend aus.
Die Westfalenpost Olpe hat das Spiel per Livestream übertragen, WP-Plus-Nutzer können sich die 90-Minuten noch einmal Re-Live unter folgendem Link ansehen:
In der nächsten Woche steht eine weite Auswärtsfahrt in den Nordosten des Hochsauerlandkreises zum VfB Marsberg an. Der VfB steht mit vier Punkten aus sechs Spielen im unteren Tabellendrittel.
RWL: Perkov, Üzer, Schrage (Segeda), M. Mason, Dogrusöz (Kampschulte), A. Mason, Korte (Glöckner), Balic, Atwi (Baser), Radoncic (Stosik), Recica;






