Auch an diesem Sonntag sah man wieder viele rot-weiße Fans im Dünnefeld-Stadion zu Meschede. Die üblichen Verdächtigen und noch einige mehr hatten sich auf den Weg gemacht, um zu etwas vorgerückter Stunde unsere Mannschaft zu unterstützen. Im Spiel zuvor konnte der SSV Meschede sein erstes Spiel in der Bundesliga des Sauerlandes gegen den VfL Fredeburg gewinnen. Wir traten erstmalig in dieser Saison als Tabellenzweiter an und trafen auf den Tabellenzehnten FC Fatih Türkgücü Meschede, der allerdings noch ein Spiel weniger auf dem Konto hat. Wer allerdings aufgrund der Tabellenkonstellation mit einer einfachen Aufgabe gerechnet hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Die Gastgeber gingen von Beginn an aggressiv zu Werke und hatten die ersten Möglichkeiten der Partie. Ein Schuss ging an unserem Tor vorbei, und auch nach der ersten Ecke wurde es gefährlich. Wir fanden dagegen zunächst kaum in unser Offensivspiel. Nach 14 Minuten gab es unseren ersten zaghaften Abschluss durch unsere Tim Schrage, der den Ball allerdings nicht richtig traf. Nur zwei Minuten später lag die Führung der Gastgeber in der Luft. Aus rund acht Metern kam ein Mescheder Angreifer zum Abschluss, traf den Ball aber ebenfalls nicht richtig. In der 26. Minute war es dann so weit. Nejmettin Bayram zog aus rund 20 Metern ab und setzte den Ball sehenswert in den Winkel. Beim 1:0 war unser Keeper Vladi Perkov ohne jede Abwehrchance. Auch danach taten wir uns offensiv weiterhin schwer. Unser Spiel nach vorne lahmte, wirklich gelungene Aktionen blieben zunächst Mangelware. Meschede dagegen blieb spielbestimmend und gefährlich. In der 40. Minute musste unser Torhüter erneut sein Können zeigen. Nach einem Überzahlspiel der Gastgeber blieb er im Eins-gegen-eins Sieger und verhinderte mit einer starken Aktion das mögliche 2:0. Und dann änderte sich die Partie innerhalb weniger Minuten komplett. In der 41. Minute gelang uns beinahe aus dem Nichts der Ausgleich. Tim Schrage flankte auf Fabian Stosik, der volley souverän zum 1:1 vollendete. Plötzlich waren wir da. Nach dem Ausgleich bestimmten wir das Spiel und kamen innerhalb kürzester Zeit zu weiteren guten Möglichkeiten. Omar Radoncic scheiterte am Torwart, während Hasan Dogrusöz kurz darauf eine weitere Möglichkeit mit links am Tor vorbeisetzte. Er traf den Ball nicht richtig und hätte besser seinen rechten Fuß genommen. Kurz vor dem Pausenpfiff machte er es dann besser. Freigespielt blieb er diesmal vor dem Tor souverän und erzielte in der 45. Minute das 2:1 für uns. Was für eine Wendung! Lange Zeit hatten wir uns gegen einen guten Gastgeber schwergetan. Doch mit dem Ausgleich ging plötzlich ein Ruck durch unsere Mannschaft. Aufgrund unserer starken Schlussphase war die Halbzeitführung dann auch irgendwie nicht unverdient.
Nach dem Seitenwechsel kamen wir hellwach aus der Kabine und knüpften an die starke Schlussphase der ersten Hälfte an. In der 53. Minute setzte Mohammed Atwi einen Freistoß nur knapp über die Latte. Wäre der Ball etwas tiefer gekommen, hätte der Torwart der Hausherren wohl keine Abwehrchance gehabt. Wir hatten die Partie nun immer besser im Griff und belohnten uns in der 60. Minute. Tim Schrage wurde im Strafraum gefoult und der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt. Mohammed Atwi übernahm die Verantwortung und verwandelte, wie zuletzt eigentlich immer, sicher zum 3:1. Drei Minuten später mussten wir allerdings wieder auf der Hut sein. Nach einer scharfen Hereingabe von der linken Seite rettete Vladi Perkov aus nur rund 5 Metern. Es war die erste echte Torchance der Gastgeber in der zweiten Halbzeit. Insgesamt hatten wir das Spiel jetzt unter Kontrolle. Hinten ließen wir nur noch wenig zu und als Mannschaft traten wir deutlich geschlossener auf als noch in der Anfangsphase. Gab es in der ersten Hälfte noch deutlich sichtbare Lücken im Mittelfeld, vor allem in der Rückwärtsbewegung, so konnten diese im 2. Durchgang durch kluge Auswechselungen geschlossen werden. Vorne ergaben sich gleichzeitig weitere Möglichkeiten, die Partie endgültig zu entscheiden. Elf Minuten vor Schluss kamen Labi Recica und Tim Schrage zu einer Doppelchance, konnten den vierten Treffer aber nicht erzielen. Sieben Minuten vor dem Ende hätte dann Mohammed Atwi für die endgültige Entscheidung sorgen können. Freistehend aus rund zwölf Metern verzog er jedoch über das Tor. Weil wir unsere Chancen zur Vorentscheidung nicht genutzt hatten, blieb zumindest ein kleines Restrisiko. Und tatsächlich trafen die Gastgeber anschließend noch die Latte. Ein Anschlusstreffer hätte die Schlussphase sicherlich noch einmal unnötig spannend gemacht. Doch mehr ließen wir nicht mehr zu.
Am Ende stand ein verdienter 3:1-Auswärtssieg gegen einen richtig guten Gegner. Vor allem kämpferisch und mannschaftlich war unsere Leistung nach der schwierigen Anfangsphase stark. Wir haben uns in die Partie hineingearbeitet, einen Rückstand gedreht und insbesondere in der zweiten Halbzeit gezeigt, dass wir auch in einem umkämpften Auswärtsspiel dagegenhalten und unser eigenes Spiel durchsetzen können. Dabei sollte man die erste halbe Stunde nicht unter den Teppich kehren. In dieser Phase waren die Gastgeber aggressiver, hatten die besseren Möglichkeiten. Umso bemerkenswerter war die Reaktion unserer Mannschaft.
Und auch der Blick auf die Tabelle macht Freude: Wir sind nun punktgleich mit dem SV Brilon und damit noch näher herangerückt. Lediglich das etwas schlechtere Torverhältnis sorgt dafür, dass wir weiterhin auf Tabellenplatz zwei stehen. Die Art und Weise, wie wir uns nach der schwierigen Anfangsphase in dieses Spiel zurückgekämpft haben, macht diesen Sieg besonders wertvoll. Das macht definitiv Lust auf die nächsten Spiele.
RWL: Perkov, Üzer (Recica), Schrage, Stosik, M. Mason, Dogrusöz (Kampschulte), A. Mason (Baser), Korte (Pjetrovic), Balic, Atwi, Radoncic;
Unsere ZWEITE musste sich leider beim SV Maumke mit 4:2 geschlagen geben. Arber Recica erzielte beide RWL-Treffer.
RWL II: Tigges, Rugovac, Duriqi, Recica, Hein, Mertens, Suriano, Bauer (Zdravkovic), Albrecht (Sadon), Schröder (Pick), Sternberg (Berghoff);
