Auch beim Mitaufsteiger aus Herdringen/Müschede ließ unsere erste Mannschaft gestern auf dem Sportplatz Telgenweg zu Herdringen, nicht weit vom bekannten Schloss Herdringen gelegen, nichts anbrennen. Am Ende siegte sie aufgrund einer überlegen geführten zweiten Halbzeit ungefährdet mit 4:2. In der ersten Hälfte ging es dagegen weitaus spannender zu. Nach 6 Minuten hätte es schon 1:0 stehen müssen für uns. Tim Schrage wurde elfmeterreif gefoult und der Schiedsrichter entschied auf Strafstoß. Es bewahrheitete sich wieder mal das Sprichwort, dass der Gefoulte nicht selbst schießen sollte. Das tat er aber, und der Keeper der Gastgeber konnte den nicht sonderlich platziert geschossenen Strafstoß von Tim parieren. Die Spieltaktik beider Mannschaften war von Anfang an klar zu erkennen. RWL war von Anfang an spielbestimmend und hatte deutlich mehr Ballbesitz, die Gastgeber standen tief und hofften auf Kontersituationen. In der neunten Minute hatte Labi Recica die Gelegenheit, die Führung zu erzielen, traf den Ball von halblinks mit seinem etwas schwächeren linken Fuß aber nicht richtig. In der 16. Minute machte Tim seinen Fehler wieder gut. Hasan Dogrusöz passte nach innen, Julian Korte legte mit Übersicht zurück auf den am Sechzehner postierten Spielertrainer, der mit einem strammen Schuss dem Herdringen Keeper keine Chance ließ – 1:0. Danach lief der Ball sauber durch die eigenen Reihen und Julian Korte hatte kurz darauf die nächste Großchance aus 3m. Er hätte den Ball nur ein wenig anheben müssen, um den Keeper zu überwinden. Er schoss aber flach und so konnte dieser parieren. Die Hausherren kamen dann in der 21. Minute zu ihrer ersten Chance, die aber Vladi Perkov und Sead Balic im Verbund vereiteln konnten. Dann erreichte eine Maßflanke von Fabian Stosik Labinot Recica, der den Ball wieder mit links, dieses Mal technisch einwandfrei, zum 2:0 in der 24. Minute in die Maschen setzte. Es ging munter weiter, und nur eine Minute später überraschte der Herdringer Tim Hartmann mit einem Fernschuss aus der eigenen Hälfte unseren Keeper Vladi Perkov, über den sich der Ball hinweg ins Tor senkte zum 2:1. Es schlichen sich unsauberes Passspiel und auch zuletzt schon erkennbare Defizite im Defensivverhalten bei uns ein. So ähnlich spielte es sich schon in der letzten Woche in Bad Berleburg ab. Dann waren wir in der 30. Minute komplett im Tiefschlaf bei einer Ecke. Der Ball war lange in der Luft und erreichte Gästestürmer Dawid Schörmann, der keine Mühe hatte, mit seinen über 2m Körpergröße, völlig freistehend, den Ball zum 2:2 Ausgleich im Tor unterzubringen.Die zwei Gegentreffer schienen uns ein wenig zu beeindrucken, im Spiel nach vorne stockte es danach und es kam immer wieder zu mehr oder weniger gefährlichen Situationen der Hausherren, die mit einfachem Spiel agierten. Zur Pause blieb es beim 2:2 und der ein oder andere RWL-Spieler ging etwas misslaunig in die Kabine.
Nach dem Pausentee fand das Spiel zunächst wieder fast ausschließlich in der Hälfte der Gastgeber statt. Jedoch fehlte es uns zunächst an Durchschlagskraft und der letzte Pass kam häufig nicht an. Praktisch wie aus dem Nichts fiel nach einer Phase mit viel Leerlauf das 3:2 für uns in der 60. Minute. Irgendwie landete ein Abpraller bei Julian Korte, der sich nicht bitten ließ und den Führungstreffer erzielte aus circa 6m von halb rechts. Wir hatten das Spiel nun im Griff, ohne dass es die großen Highlights gab. Die Gastgeber fanden offensiv nicht statt und man hatte nie das Gefühl, dass sie ähnlich zum Verlauf in der ersten Halbzeit dem Spiel noch eine Wendung hätten geben können. 16 Minuten vor Schluss flankte Hasan Dogrusöz schön auf Julian Korte, dessen Kopfball an die Latte tropfte. Fünf Minuten vor Schluss dann die Entscheidung – Nach einer gelungenen, blitzschnellen Kombination landete der Ball bei Tim Schrage, der souverän unten links einlochte. Es war sein zweiter Treffer am gestrigen Sonntag. Eine Möglichkeit für Herdringen/Müschede ist dann doch noch zu nennen, als unser Keeper in der Nachspielzeit einen scharfen Ball aus 16m bravourös entschärfen konnte.
Es war keine Glanzleistung gestern im Hochsauerland. Aber auch das ist eine Erkenntnis. Im neuen Ligaumfeld können wir auch Spiele gewinnen, wenn nicht das ganze Potenzial ausgeschöpft wird – irgendwie auch beruhigend. Nächste Woche im mit Spannung erwarteten Lokalderby gegen den FC Lennestadt werden wir womöglich ein paar Prozente mehr auf den Rasen bringen müssen, um erfolgreich zu sein.
RWL: Perkov, Glöckner (Üzer), Schrage (Segeda), Stosik (Kampschulte), M. Mason, Dogrusöz, A. Mason, Korte (Baser), Balic, Radoncic, Recica;

Viele Tore, aber leider keine Punkte gab’s hingegen bei unserer Zweiten im Auswärtsspiel im Langeneier Käfig. Die Langeneier Reserve ging insgesamt fünfmal mit einem Tor in Führung, viermal konnte RWL II ausgleichen, so dass am Ende leider eine 4:5-Niederlage für unsere ZWEITE auf dem Spielberichtsbogen stand. Für RWL trafen: Elvedin Pjetrovic (2), Ahmet Asen und Arber Recica.
RWL II: Hopf, Rugovac, Berghoff, Pjetrovic, Recica, Hein, Duriqi, Mertens, Albrecht (Peci), Schröder (Bauer), Asen;
