Am Ende war es ein vielleicht etwas zu hoch ausgefallener Sieg der ambitionierten Hochsauerländer aus Brilon. Allerdings täuscht das Ergebnis nicht darüber hinweg, dass dieser genauso hochverdient war und die Briloner ihrer Favoritenrolle in eindrucksvoller Art und Weise gerecht wurden. Zunächst war erstmal abtasten angesagt auf beiden Seiten. Die ersten Minuten spielten sich nahezu ausschließlich im Mittelfeld ab und einen Leistungsunterschied konnte man in den ersten Minuten des Spiels nicht feststellen. Nach 6 Minuten gab es aber schon den ersten Torabschluss in dieser Bezirksligasaison durch Andre Mason, mit dessen Schuss der gegnerische Torwart aber kein Problem hatte. In der 10. Minute dann aber der erste Bock in unserer Abwehr, als Sead Balic den Ball verlor und der gegnerische Stürmer alleine auf Luis Rüenauver zulief, der den verletzten Vladi Perkov vertrat. Den Abschluss konnte Luis in bester Manier entschärfen und war somit schon sehr früh im Spiel und hellwach. Man merkte uns schon eine gewisse Nervosität an. Der hoch gehandelte Gegner nahm das Heft in die Hand und bestimmte das Spiel nachfolgend durch lange Ballbesitzphasen. Wir standen tief und überließen dem Gegner mehr oder weniger freiwillig das Spiel, ohne dass es in den ersten 20 Minuten zu weiteren nennenswerten Chancen für die Gäste kam. In der 24. Minute wurde es dann jedoch spektakulär. Unser Keeper konnte eine Aktion außerhalb des Strafraumes nicht endgültig klären und ging, wahrscheinlich auch aus Angst vor einer roten Karte, nur halbherzig zu Werke. Brilon’s Stürmer blieb im Ballbesitz und versuchte es mit einem Lupfer, den Lukas Kampschulte sensationell per Flugkopfball fast aus dem Winkel fischte. Der Druck wurde stärker und in der 36. Minute fiel dann der verdiente Führungstreffer für Brilon. In der Briloner Hälfte wurde unser Angriff gestoppt, dann wurde der Ball gekonnt und schnell über unsere linke Seite nach vorne getragen, Gästestürmer Moritz von Ascheraden stand nach der finalen, flachen Hereingabe völlig blank und brauchte nur noch ins leere Tor einzuschieben – 1:0. Fünf Minuten vor der Pause kamen wir fast zu unserer ersten Großchance. Tim Schrage steckte durch und Aronis Vuciterma‘s Schussversuch blieb in der Abwehrreihe der Gästeabwehr hängen. Er zögerte ein wenig, anstatt sich mit einem früheren Abschluss in eine bessere Schussposition zu bringen. Danach begann bis zum Pausentee unsere erste kurze Drangphase mit mehreren Einschussmöglichkeiten, die aber allesamt verpufften. Zur Halbzeit stand es verdient 1:0 für Brilon, die als Anwärter für den Aufstieg in die Landesliga gehandelt werden.
Nach der Pause kamen wir gut aus der Kabine und in der 53. Minute zu unserem ersten Torabschluss. Der eingewechselte Mo Atwi prüfte Brilon‘s Torwart Jan Schamoni aus etwa 18m. In jedem Fall wurden unsere Ballbesitzphasen mehr und offensiv ging es etwas zielstrebiger in Richtung Gästekasten. Es war unsere beste Phase im Spiel und wir konnten eine Zeit lang auf Augenhöhe mithalten. Die Gäste blieben im Konterbereich aber weiter gefährlich und der gestern sehr aufmerksame Luis Rüenauver musste das ein oder andere Mal klären. In der 64. Minute war er allerdings machtlos, als wieder Moritz von Ascheraden alleine auf ihn zulief und souverän zum 2:0 vollendete. In der 71. Minute war es wieder unser Keeper, der einen Schuss aus 16m bravourös abwehren konnte. Das hätte auch das 3:0 sein können. Wir gaben jedoch nicht auf und nach einer Ecke gab es noch einmal die Möglichkeit heranzukommen. Der eingewechselte Samed Baser nahm nach einer Ecke den Ball volley aus ca. 16m, den der Gästekeeper so eben noch parieren konnte. Selbiger Spieler hatte eine Minute später wieder die Möglichkeit einzulochen, blieb aber in der vielbeinigen Gästeabwehr hängen. Danach lichtete sich das Spielfeld ein wenig als je ein Spieler beider Mannschaften mit gelb-roter Karte vorzeitig duschen musste. Michael Mason musste unsererseits vom Feld.
Zwei Minuten vor dem Ende war dann endgültig der Deckel drauf. Wieder ein Konter gut vorgetragen durch die Gäste und wieder war es Moritz von Ascheraden zum dritten Mal an diesem Sonntag, der auf 3:0 erhöhte. Danach wurde es eine Nummer zu hoch, denn eine Minute später fiel noch das 4:0 für die Gäste.
Am Ende mussten wir Lehrgeld bezahlen gegen einen Gegner, der unsere Schwächen auszunutzen wusste. Vielleicht fehlten nach hinten raus auch ein paar Körner. Nächsten Sonntag können wir es besser machen, aber die Aufgabe wird in Serkenrode ebenso herausfordernd.
RWL: Rüenauver, Glöckner, Schrage, Stosik, M. Mason, Vuciterna (Atwi), A. Mason, Balic (Baser), Kampschulte (Üzer), Radoncic, Recica (Meinert);
