Der Meisterschaftsstart ging für unsere Erste gestern nach erfolgreicher Hallensaison und teils ansehnlichen Testspielen gehörig in die Hose. Ostentrop/Schönholthausen hat nun die Tabellenspitze übernommen und erstmals nach mehr als 1,5 Spielzeiten sind wir in die Verfolgerrolle geschlüpft.
Beide Mannschaften gingen an der sonnigen Hützemerter Eulenbuche von Beginn an mit hoher Intensität zu Werke. So entwickelte sich ein Spiel, was zunächst von vielen Zweikämpfen geprägt war jedoch ohne große Tormöglichkeiten auf beiden Seiten. Aber direkt zu Beginn hatten wir Schwierigkeiten mit dem konsequenten Pressing der Hützemerter, dessen Trainer Jan Wycisk nachweislich die richtige Taktik gewählt hatte. In der 17. Minute fiel dann auch bereits das 1:0 für die Gastgeber. Ein verunglückter Abschlag landete schnell beim gegnerischen Stürmer, der aus 18 m trocken und unhaltbar für unseren Torwart Vladi Perkow einlochte. Das war zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient, spielte sich doch ein Großteil des Spiels in unserer Hälfte ab. Nach 26 Minuten hieß es 2:0 für Hützemert. Einer von auffällig vielen Ballverlusten im Mittelfeld wurde von den Gastgebern im Umschaltspiel genutzt und der Ball landete auf der rechten Seite. Eine flache Hereingabe nutzte David Nolte und hatte keine Mühe einzuschieben. Es lief offensiv und auch defensiv bei uns wenig zusammen. Auch kämpferisch hatten wir Schwierigkeiten, uns dem körperlich stark auftretenden Gegner entgegenzustemmen. Überraschend war das allemal, spielte man doch gegen den Tabellendrittletzten, der im Verlauf der Saison noch keine Bäume ausgerissen hatte. Wie aus dem Nichts fiel dann in der 39. Minute der 2:1 Anschlusstreffer für uns. Hasan Dogrusöz wurde gefoult und Mo Atwi verwandelte den fälligen Elfmeter sicher. Kurz vor der Pause gab es dann tatsächlich die erste Torchance aus dem Spiel heraus für uns, als Vladi Perkov den Ball lang und gezielt nach vorne schlug und Hasan Dogrusöz alleine vor dem Torwart stand. Dieser konnte die Direktabnahme von Hasan aber noch entschärfen. Alles in allem war es aber ein schwacher Auftritt unserer Jungs im ersten Spielabschnitt.
Die Hützemerter waren auch nach dem Seitenwechsel das wachere Team. Dynamischer und zielstrebiger gingen sie zu Werke und hatten auch gleich die ersten Torchancen. In der 54. Minute ging es dann endlich mal flüssig nach vorne für uns. Mo Atwi spielte den Steckpass vertikal auf Aronis Vuciterma, der im Pressschlag mit dem Torwart nur die Latte traf. Fünf Minuten später wurde es wieder ansehnlich im Spiel nach vorne. Über zwei, drei Stationen, als endlich mal direkt gespielt wurde, passte Andre Mason den Ball final von links nach innen und Hasan Dogrusöz vollendete zum 2:2 Ausgleich – zu diesem Zeitpunkt etwas schmeichelhaft. Zwei Minuten später dann wieder Ernüchterung in unseren Reihen, als nach erneutem Ballverlust im Mittelfeld der gegnerische Stürmer Paul-Ingo Hasselbach den Ball unhaltbar zur erneuten HSV-Führung unter die Latte nagelte. Aber wir gaben uns nicht auf und Hasan erzielte seinen zweiten Treffer in der 68. Minute. Eiskalt traf er mit rechts links unten ins Eck zum 3:3 – 67. Minute. Hinsichtlich der Effektivität konnte man nicht meckern. Wer glaubte, das Spiel würde sich ein wenig beruhigen, der irrte gewaltig. Es gab wieder Foulelfmeter für uns in der 79. Minute. Mo Atwi steckte zuvor den Ball abermals super durch für Hasan Dogrusöz, der wieder wurde gefoult. Mo ließ sich auch das 2. Mal nicht bitten und erzielte die erstmalige Führung für uns. Das hätte Sicherheit und Selbstvertrauen bringen müssen. Tat es aber nicht, im Gegenteil. Auch dieser Zwischenstand hielt nicht lange. Es gab in der 81. Minute Ecke für Hützemert und per Kopf glichen die Gastgeber zum 4:4 aus. An diesem verkorksten Sonntag kam es anschließend noch schlimmer. In der 90. Minute führte abermals ein Ballverlust in der Vorwärtsbewegung zur Entscheidung in diesem Spiel. Wieder ging es in Überzahl blitzschnell auf unser Tor zu und es fiel das entscheidende 5:4 für die Hützemerter.
Am Ende war es vor allem defensiv zu wenig gegen den aggressiven und kampfstarken Tabellendrittletzten, der das Spiel verdient gewonnen hat und die bessere Mannschaft war. Eine defensive Zuordnung war häufig nicht zu erkennen und in der Rückwärtsarbeit wirkte alles ein wenig chaotisch. Keeper Vladi Perkow musste ein ums andere Mal Kopf und Kragen riskieren und erfüllte Aufgaben, die sonst eher seinen Abwehrkollegen zuzuschreiben wären. Im Laufe dieser Woche gibt es im Trainingsbetrieb viel zu tun für unsere beiden Trainer.
RWL: Perkov, Üzer, Glöckner, Meinert, M. Mason, Dogrusöz, A. Mason, Steinberg (Duriqi, Heuel), Atwi, Radoncic, Vuciterna (Sternberg);
Besser lief’s für unsere ZWEITE. Das erste Heimspiel des Jahres konnte gegen die SG Kirchhundem/Brachthausen II mit 6:3 gewonnen werden. Daris Bajraktarevic (2), Burhan Peci (2), Ahmet Asen und Elvedin Pjetrovic waren für uns erfolgreich.
RWL II: Berghoff, Bajraktarevic (Pjetrovic), Deutenberg, Peci, Hein (Schröder), Foidl, S. Mertens (Hopf), N. Mertens, Bauer, Albrecht (Kutsche), Asen;
